Mount Kinabalu Bergwanderung zum höchsten Berg in Südostasien

By 12. Januar 2016Asien, Borneo, Malaysia, Reiseberichte
Mount Kinabalu Summit © PhotoTraveNomads.com

Reisebericht Mount Kinabalu Besteigung, Bergwanderung & Aufstieg.

Pünktlich um 7:00 werden wir in unserer Unterkunft in Kota Kinabalu abgeholt und werden zum etwa 2 Stunden entfernten Mount Kinabalu gefahren. Unser Fahrer kümmert sich um die Formalitäten und uns werden die Pässe ausgehändigt um Zugang zum Berg zu bekommen. Zudem gibt es ein kleines Lunch-Paket, welches wir etwa auf Hälfte der Strecke zu uns nehmen werden.

 

Mount Kinabalu Aufstieg zum Basislager

Tag 1.

Timpohon Gate

Gegen 10 Uhr betreten wir das Eingangstor „Timpohon Gate“ des Mount Kinabalu an den man sich in eine Liste eintragen muss. Diese Liste wird dann mit einer anderen Liste am 6 Kilometer entfernten Basiscamp abgeglichen – eine Sicherheitsmaßnahme wie unser Guide uns erklärt.

Die Bergführer sind alle beim Staat Borneo angestellt und sind alles sehr erfahrene Bergwanderer was man sofort an ihren überdimensionalen Waden erkennt. Es gibt keinerlei private Unternehmen die den Berg besteigen dürfen.

Am Mount Kinabalu arbeiten etwa 250 Bergführer und 50 Porter, die sich um Lebensmittel, Trinkwasser und die Dinge kümmern die man im Camp benötigt. Hier wird alles per Hand nach oben getragen, da es (noch) keine Seilbahn gibt.

Der Aufstieg am ersten Tag dauert etwa 4-5 Stunden. Da ich mich aber an meinem Kameraequipment inkl. Stativ was tot getragen habe, hat der Aufstieg für uns leider 5,5 Stunden gedauert.

Zum Mittags Lunch gab es Eichhörnchen 

Squirrel at Mount Kinabalu © PhotoTravelNomads.com

Entlang der Strecke zum Basislager gibt es fast an jedem Kilometer eine Zwischenstation, eine kleine Hütte mit Sitzgelegenheiten und Toilette. Die Hütte am Kilometer 3 wurde unser Plätzchen für die Mittagspause. Es gab Toast mit Käse, Hühnchen, ein gekochtes Ei und einen Apfel.

Wir waren jedoch nicht allein. Um uns herum schwirrten 4-5 hungrige Eichhörnchen, die immer wieder versucht hatten unsere Lunchpakete zu erobern. Erfolgreich klauten Sie uns den Apfel und begannen sich unter einander zu streiten – echt witzig. Wir haben diese kriminellen Machenschaften als Videobeweis und werden es bald nachreichen.

Das Wolkenmeer – Mount Kinabalu der Berg über den Wolken

Ab ca. Kilometer 4 durchquerten wir die ersten Wolkenschicht und eine Aussicht über das unendliche Wolkenmeer welches man sonst nur aus dem Flugzeug kennt. Wie ein Meer aus Watte – es war zu schön! Ich würde behaupten ich konnte die Wolken auf der Haut spüren: es war frisch, es wehte ein starker Wind den wir aufgrund seiner Kühlfunktion sehr begrüßt hatten. Trotz T-Shirt und kurzer Hose und nur ca. 12-15 Grad Temperatur kommen wir ordentlich ins Schwitzen – nur bei den Pausen wird es schnell kalt und man friert.

Wir müssen oft halten und kurz verschnaufen, können uns aber an der tollen Aussicht und der doch recht abwechslungsreichen und farbprächtigen Vegetation nicht sattsehen.

Wolkenmeer Mount Kinabalu © PhotoTravelNomads.com

Wolkenmeer Mount Kinabalu © PhotoTravelNomads.com

Laban Rata – nach 5 ½  Stunden endlich am Basislager

Die letzten 2 Kilometer führen über sehr viele Steinstufen und der Anstieg ist konstant sehr stark sodass es an den Kräften zerrt aber gegen 15:30, nach 5 ½Stunden erreichen wir endlich das Basislager am Laban Rata.

Es ist kalt und ungemütlich und wir verschwinden schnell in unserer Unterkunft dem Pendant Hut, ein Häuschen mit Meerbettzimmer für 14 Personen, Aufenthaltsraum und Waschraum. Der Schlafsaal riecht wie die Männerumkleidekabine eines Eishockeyvereins, aber was will man auch erwarten wir riechen ja selbst nicht besser. Dafür gibt’s heißen Kaffee und Tee.

Laban Rata Mount Kinabalu Basislager © PhotoTravelNomads

Laban Rata Mount Kinabalu Basislager © PhotoTravelNomads

Reichlich Kohlenhydrate zum Abendessen

Zum Abendessen geht es in die Laban Rata Kantine. Es ist ein Buffet mit Reis, Nudeln, Salat, Hühnchen und Beef und jeder Menge Sabah-Tee, der zusammen mit etwas Zucker absolut köstlich schmeckt. Das Essen war wie angekündigt eher „Basic“ aber wir waren sowas von ausgebrannt da hat es geschmeckt wie in einem Sterne-Restaurant.

Oh nein, es regnet!

Leider fing es heftig zu regnen an aber hörte dann aber nach 15-20 Minuten wieder auf. Der Regen war so heftig dass der kleine Wasserfall am Basislager sich zu einem beeindruckenden Wasserfall entwickelt hatte. Hätte es die ganze Nacht durchgeregnet, wäre unser Low Peak Aufstieg wohl wortwörtlich ins Wasser gefallen. Denn die lokalen Bergführer laufen bereits vor dem offiziellen Aufstieg in der Nacht den Weg nach oben und überprüfen die Beschaffenheit der Strecke und müssen sie letztendlich freigeben. Eine sehr gute Sicherheitsmaßnahme wie ich finde.

Sonnenuntergang am Basis-Lager

Von der Helicopter-Landfläche im Basis-Camp hatten wir  einen atemberaubenden Ausblick über das Wolkenmeer bevor gegen 18.45 die Sonne verschwand und mit ihr auch das Licht. Wir haben noch ein wenig mit unseren Chilenen abgehangen, die wir bereits auf der Anreise zum Berg kennengelernt aber kurz nach Beginn der Bergwanderung nicht mehr gesehen haben. Sie sind ohne Pausen innerhalb von 3,5 Stunden den Berg zum Basislager hoch. Sie sind Dive-Master, Segeln im Olympia-Team für Chile, besteigen regelmäßig Berge und sind somit echte Sportskanonen – also das komplette Gegenteil von uns. Aber wir sind auf dem selben Level was Humor und Reisen angeht und verstehen uns tiptop.

Gegen 1930 gehen wir zu Bett und versuchen etwas Schlaf zu bekommen bevor gegen 02:00 Uhr nachts der Wecker klingt!

Tipp: Ohrstöpsel helfen beim Einschlafen bei starker Geräuschkulisse in Schlafsälen

02:30 Uhr

Mount Kinabalu Besteigung vom Laban Rata Basislager zur Low Peak Spitze auf 4.096 Metern Höhe

Der Name „Low Peak“ ist etwas verwirrend, da es ja „niedrige Spitze“ bedeutet aber es ist die höchste Stelle des Berges. Um 2:09 stehen wir auf und werfen ein kleines und leichtes Frühstück ein und starten unter dem Sternenhimmel in den 3 stündigen Aufstieg zur Spitze.

Sternenhimmel an Mount Kinabalu

Leider habe ich mich aufgrund des Gewichtes entschlossen mein Stativ im Basislager zu lassen. Der Aufstieg zur Spitze war jedoch längst nicht so anstrengend wie der Aufstieg ins Basislager, ärgerlich. Die Sternenfotos sind also ohne Stativ gemacht.

Mount Kinabalu Night Sky © PhotoTravelNomads.com

Mount Kinabalu Night Sky © PhotoTravelNomads.com


Mount Kinabalu Nightsky © PhotoTravelNomads.com

Mount Kinabalu Nightsky

Es wird kühl an der Low Peak

Der erste Kilometer besteht wieder aus vielen Stufen die aufgrund des Regens noch recht glitschig sind. Unsere Kopflampen leuchten uns den Weg und wir schleppen uns nach oben. Die Luft wird dünner und mit jedem Höhenmeter wird es kühler.

Nach 1/3 der Strecke erreichen wir einen Checkpoint an dem man wieder seinen „Bergpass“ vorzeigen muss. Ab hier endet die Vegetationszone und es geht mit einer leichten Steigung ausschließlich über Granit und Stein bis nach ganz oben. Es ist nicht anstrengend, aber recht frisch. Meine 2 Hosen und 2 Dry-Fit Shirts + Windbreaker halten mich warm aber zu gern hätte ich Handschuhe gehabt, denn den Fingern war es schon recht kalt.

 

Die Besteigung der Bergspitze : nur noch wenige Meter zur Low Peak

Etwa 10 Minuten bevor wir die Low Peak erreichen machen wir Halt und suchen an den schroffen Felsen Unterschlupf vor dem Wind und der Kälte. Erst kurz vor Sonnenaufgang setzen wir unsere Besteigung zur Spitze fort, denn hier weht der Wind so richtig heftig und es ist gefühlt -20 Grad kalt.

Mount Kinabalu Tour: Sonnenaufgang am Mount Kinabalu © PhotoTravelNomads.com

Mount Kinabalu Tour: Sonnenaufgang am Mount Kinabalu


Sunrise Mount Kinabalu nach erfolgreicher Besteigung © PhotoTravelNomads.com

Sunrise Mount Kinabalu nach erfolgreicher Besteigung

Mount Kinabalu – Low Peak 4.095,20 Meter 

Die Spitze an sich ist weniger spektakulär, das Gefühl da oben zu stehen ist jedoch unbeschreiblich. Die Aussicht ist einmalig: Wolken und Nebel ziehen an den Felsspitzen vorbei, der Sonnenaufgang im Hintergrund lässt erste Anzeichen von Wärme auf der Haut verspüren jedoch ist der Wind noch immer so stark als würde man in einem Windkanal in einer Gefriertruhe stehen. Wir machen einige Fotos, genießen die Aussicht und treten dann den Rückweg an.

Sonnenaufgang am Mount Kinabalu - Low Peak © PhotoTravelNomads.com

Sonnenaufgang am Mount Kinabalu – Low Peak

Abstieg vom Mount Kinabalu nach dem Sonnenaufgang

Der Abstieg ins Basislager ist unglaublich spektakulär! Man läuft der Sonne und dem Wolkenmeer entgegen und kann nun erstmalig die Landschaft sehen die man Stunden zuvor unbemerkt im Dunkeln durchquert hat.

Mir fehlen etwas die Worte, daher gibt es nun einige Fotos:

9:30 Uhr Frühstück und kurze Pause

Nach dem Frühstück ging es für uns leider wieder nach unten, dafür war das Wetter perfekt. Sonnenschein, leichter Wind und Temperaturen um 16 Grad – perfektes Wetter für eine Bergwanderung.

Der Abstieg vom Basislager war deutlich angenehmer als der Aufstieg und dauerte lediglich 3,5 Stunden dennoch waren wir sowas von platt danach … Wir sind auch in einem mega Tempo ohne Pausen runter.. Am Eingangstor gab es dann die wohlverdiente Urkunde und den Transfer in die Unterkunft. Geschafft! Duschen, Beine hoch und jetzt nur noch etwas essen. Wer bedient uns???

 

Tipps zum Aufstieg und Vorbereitung

Erfahre mehr über KK Kota Kinabalu

 

Fazit zur Mount Kinabalu Besteigung

Die Bergwanderung, besonders die Besteigung und auch der Abstieg des Mount Kinabalu haben uns total umgehauen, nicht nur aufgrund der körperlichen Herausforderungen sondern viel mehr waren es die Eindrücke die wir mit nach Hause nehmen können. Ich kann es jedem empfehlen, der etwas sportlich veranlagt ist und sich ausreichend für einen solchen Hike motivieren kann! Die Mount Kinabalu Tour mit der Besteigung der Spitze gehört auf deine Adrenalin-ToDo Liste!

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