Motorrad Elefantenjagd mit der Machete in der Palm Tree Plantage

By 27. Januar 2016Asien, Borneo, Malaysia, Reiseberichte

Für den Nachmittag hatten wir uns mit ein paar Einheimischen zur Elefantenjagd mit einer Machete verabredet. Sie wollten uns mit Ihren Motorrädern einsammeln und dann dann gemeinsam mit uns die Palm Tree Plantage durchkämmen, da man hier häufig auf die berühmten Borneo Zwergelefanten trifft.

Unser Tag startet vor Sonnenaufgang und es ist neblig als wir ins Boot einsteigen um uns auf den Weg zur Gomantong Cave zu machen. In dieser Höhle leben über 4 Millionen Fledermäuse, es gibt Meterhohe Kotberge in denen Kakerlaken, Maden und Käfer leben. Jeden Abend strömen die Fledermäuse durch eine riesige Öffnung im Felsen in die Nacht und gehen selbst auf Jagd. Klingt interessant, oder? Die Bootsfahrt ist kurz, es geht lediglich zum Anleger und von dort steigen wir ins Auto um – eine 45min Autofahrt. Es gibt kaum Momente in dem im Auto nicht gelacht oder gekichert wurde, die Stimmung ist super und alle haben Tränen in den Augen. Habt ihr schon mal so einen Schalthebel gesehen??

Mehr über unseren Ausflug in die >> Gomantong Cave

Osman Gear Lever © PhotoTravelNomads.com

Osman Gear Lever © PhotoTravelNomads.com

Elefantenjagd

Pünktlich zum Lunch sind wir zurück und haben noch etwas Zeit zum Entspannen bevor wir zur Palm Tree Plantage aufbrechen und uns auf die Suche nach den Elefanten begeben.

Natürlich ist der Begriff Elefantenjagd etwas übertrieben, denn wir wollen sie ja nur sehen, bestaunen und fotografieren. Die Machete ist notwendig um im Jungle Laufwege zu schaffen oder uns gegen verrückte Piraten zu schützen, die in Sandakan im Jahre 2015 sogar Touristen entführt hatten. Aber es gibt immer wieder totale Vollidioten die tatsächlich auf Elefantenjagd gehen und diese erlegen. Diesen Drang von Tötungen kann ich bei bestem Willen nicht gutheißen und verachte diese Menschen. Ich selbst würde diesen Menschen gern mal meine Meinung spüren lassen!

Mit dem Motorrad durch die Plantage

Wir hatten uns mit den Locals zu 15 Uhr verabredet. Gegen 15.30 sind wir dann ohne die Locals und ohne Motorräder zu Fuß aufgebrochen und dachten wir hätten ggfs. so eine Chance die Plantage zu erkunden und den einen oder anderen Elefanten zu entdecken. Nach mühseligen 15 Minuten Fußmarsch hörten wir dann endlich einen Motorradmotor aufheulen und in weiter Ferne erschien einer der Jungs von gestern mit denen wir uns verabredet hatten. Aber wie sollen wir bitte zu fünft auf ein einziges Motorrad passen?! Kurze Zeit später erschien dann ein weiterer und noch einer und dann noch einer, wie eine kleine Armee sind sie mit 4 Motorrädern immer näher gekommen und begrüßten uns mit einem freundlichen Lächeln. Wir waren nun 9 Personen und hatten 4 Motorräder also musste einer zurückbleiben. Der Arme musste sein Motorrad einem Fremden überlassen und dann auch noch einige Stunden auf uns warten.. aber ihm ging es gut, er hatte es sich im Boot bequem gemacht und hat einfach ein langes Nickerchen gemacht. Wir satteln also auf und los gehts!

 

Fast unbenutztes Motorrad

Das Motorrad hat 4 Gänge, keine Vorderbremse, Geschwindigkeitsanzeige ist wie typisch in Asien defekt und auch die Ganganzeige funktioniert nicht, die Nadel der Tankanzeige schwingt irgendwo zwischen dem Minus-Bereich und Null und scheint also auch defekt zu sein. Die Rückspiegel existieren schon lange nicht mehr und die Lenkergriffe scheinen auch locker zu sein. Abgesehen von den 350.000km bisheriger Fahrleistung und den ganzen Mängeln macht das Motorrad aber keinen guten Eindruck – haha. Naja, was soll’s – no Risk no Fun. Osman erklärte den Plantagen Rangern dass wir in einer Gruppe zusammen bleiben sollen und langsam fahren, damit wir noch andere Tiere entdecken können. Es hat ungefähr 4 Minuten gedauert und die Gruppe war komplett aufgelöst und einer der beiden Holländer war mit einem der Ranger komplett verschwunden. Klappt ja schon mal super.

Elefantenjagd mit dem Motorrad durch die Palmenplantagen

Elefantenjagd mit dem Motorrad durch die Palmenplantagen

Nahtoderfahrung – Schotterpiste, Berg abwärts und keine Bremse

Am ersten großen Berg abwärts kommt dann die Hinterbremse zum Einsatz, jedenfalls sollte sie das, tut sie aber nicht. Mit diversen Kraftausdrücken versuchen wir unserer Panik Ausdruck zu verleihen und brettern die steinige Schotterpiste mit etwa 0km/h den Berg hinunter – eigentlich waren es etwa 40km/h aber die Geschwindigkeitsanzeige war ja auch defekt, genau so wie die Vorderbremse. Wir kommen schweissgebadetet und unverletzt unten an und zweifeln daran ob wir überhaupt weiterfahren sollten, aber schnell erklärt sich auch warum die Hinterbremse nicht funktionierte – ich hatte sie einfach falsch bedient – ohje, ich hoffe das hat keiner gesehen! Aber auch Osman und sein Fahrer haben Probleme und kommen nur durch ein waghalsiges Lenk-Bremsmannöver kurz vor einem Fluss zum Stehen, dabei wirken Masse x Geschwindigkeit genau so wie Mutternatur die Physik programmier hat. Der kleine schmächtige Parkranger wiegt etwa 50kg und ist 165cm groß und hat als Fahrgast unseren schweren Osman, der gut 95kg auf die Waage bringt und in einer Hand eine Machete halten muss. Der Range bremst und stellt das Lenkrad quer um nicht im Fluss zu landen und Osman hebt mehr oder weniger ab und rutscht nach vorn, dabei verklemmt sich der Ranger im Lenker und Osman drückt kräftig mit seiner Masse von hinten drauf – das sah ziemlich lustig aus und bis auf den Schock ist nichts weiter passiert, aber die Stimmung ist gut und wir alle amüsieren uns über unsere Schrottmotorräder und dass wir unbeschadet weiterfahren können. Wir sind immer noch auf der Suche nach einem der beiden Holländer, der mittlerweile eine gute Stunde komplett spurlos verschwunden ist.

Palm Tree Oil Plantage – Monokultur ohne Tiere

Die Palmen Plantage ist eine Monokultur und ist bei den Einheimischen nicht sonderlich beliebt, denn eine Monokultur zerstört den Lebensraum der Tiere und das merkt man auch. Im tiefen Jungle auf Borneo findet man Unmengen verschiedener Lebensarten aber hier in der Plantage findet man fast keine Tiere. Wir kommen zu einem Bereich der gerade gerodet wurde und für die Neubepflanzung vorbereitet wird, schrecklich schaut es hier aus und man kann das wahre Ausmaß so einer Plantage und ihre Folgewirkungen nur erahnen – schrecklich. Aber letztendlich geht es auch hier nur um Geld und wer Geld hat, bekommt auch Land und macht damit nur noch mehr Geld.

 

Monoculture Palmen Tree Mill © PhotoTravelNomads.com

Monoculture Palmen Tree Mill © PhotoTravelNomads.com

Monokultur Palmen Öl Plantage © PhotoTravelNomads.com

Monokultur Palmen Öl Plantage © PhotoTravelNomads.com

 

Sonnenuntergang Palmen Öl Plantage © PhotoTravelNomads.com

Sonnenuntergang Palmen Öl Plantage © PhotoTravelNomads.com

Wir cruisen dem Sonnenuntergang entgegen und treffen nach langer Zeit auch endlich wieder auf unseren gesuchten Holländer. Leider hat er, wie auch wir, keine Elefanten entdecken können. „Lediglich“ ein paar wilde Urangutans in den Baumkronen, die sich von den Geräuschen unserer Motorräder aber nicht haben stören lassen. Erschöpft und noch etwas mit Adrenalin geladen machen wir uns auf den Rückweg – im Homestay wartet auch schon wieder ein leckeres Abendessen auf uns.

Palmen Öl Palm Tree Mill Sukau Borneo © PhotoTravelNomads.com

Palmen Öl Palm Tree Mill Sukau Borneo © PhotoTravelNomads.com

 

Gefahr durch Monokulturen

Ich verstehe warum die naturliebenden Einheimischen nicht begeistert sind das große Firmen hier die Wälder abholzen um lediglich Palmen anzubauen, dessen Früchte sie zu Palmen Öl verarbeiten können um daraus Profit zu schlagen. Ich hoffe dass die Regierung des bald reguliert und erkennt, dass Monokulturen den ganzen Lebensraum zerstören und langfristig gesehen ganz sicher nicht der Natur und letztendlich uns weiterhelfen können.

Dennoch war unser Tag bei der „Elefantenjagd“ sehr aufregend und unterhaltsam. Mit Osman ist es einfach lustig Zeit zu verbringen und so langsam gewöhnen wir uns auch an seinen provokativen und sexistischen Humor.

 

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